Was ein Abenteuer! Eine absolut geniale Erfahrung!

Aber was ist das eigentlich? Dieses #festive500? Vielleicht fragst du dich das auch gerade. Daher ein paar Worte dazu:

#festive500 ist eine Challenge, welche durch den Radbekleidungshersteller Rapha ins Leben gerufen wurde. Eigentlich eine super Marketing-Idee – aber das ist Nebensache. In erster Linie geht es darum zwischen dem 24. und dem 31. Dezember, also zwischen Weihnachten und Neujahr, 500 Kilometer mit dem Fahrrad zurück zu legen. Und zwar draußen!

Man hat also 8 Tage für 500 Kilometer. Das entspricht 62,5 Kilometern am Tag. Für jeden etwas ambitionierteren Biker eigentlich eine überwindbare Herausforderung.

Wäre da nicht diese Kälte – und der Regen – und die Kälte – und der Wind – Und wäre da nicht die Weihnachtszeit, in der man unglaublich viel Zeit mit Familie und Freunde verbringt – und hab ich schon die Kälte erwähnt?

Und natürlich muss man jeden Tag Pause durch mehr Kilometer an den anderen Tagen aufholen.

Ich mach’s kurz. Es war stellenweise SAU KALT! Nicht die Strecke war die eigentliche Herausforderung, sondern das Wetter.

Im Folgenden möchte ich euch ein paar Eindrücke meiner #festive500 geben.

Begleitet wurde ich dabei übrigens von meinem Freund Sascha, der ebenfalls einer der weltweit knapp 100.000 Cyclists (laut STRAVA) ist, die bald einen Festive 500 Badge ihr Eigen nennen dürfen.

Rapha #festive500 – Tag 1 – 76/500 km

76,4km // 234hm // 3:07:23h // 139bpm // 167w // 1891kcal
Link: STRAVA

24.12.2019, Direkt an Weihnachten geht es morgens „erst“ um 9:45 Uhr nach der Bescherung mit den Kindern los.

Noch völlig ahnungslos, was mich da erwartet steige ich also bei knapp über 0°C und leichtem Nieselregen auf mein Rad und strample gemütlich los zum ausgemachten Treffpunkt.

Keine 10 Minuten auf dem Rad wurde aus dem leichten Nieselregen ein etwas stärkerer Regen mit mittelstarken Böen. Wirklich unangenehm. Aber das habe ich erwartet. Und tatsächlich hatte ich dennoch Spaß bei der Sache. Das liegt wohl an meinem Optimismus – den benötigt man bei solchen Vorhaben allerdings auch.

Meine Feststellung bei Kilometer 25 „Hey, das ganze jetzt nur noch 19 mal“, fand bei meinem Mitstreiter Sascha auf jeden Fall nicht so viel Anklang, wie bei mir selbst. Für mich hat sich das nämlich total gut angefühlt und plötzlich so greifbar. Da konnte es Regnen, wie es will – mein Bauchgefühl hat gesagt „Du schaffst das“ und mein Kopf hat sich schon auf die letzten Kilometer vorbereitet… Das Resultat war gute Laune und ein Grinsen im Gesicht.

Rapha #festive500 – Tag 2 – 160/500 km

80,85km // 216hm // 3:16:27h // 143bpm // 148w // 1763kcal
Link: STRAVA

25.12.2019, der erste Weihnachtsfeiertag startet um 9 Uhr und sollte mental der schwierigste werden. Zwar blieb es heute weitestgehend trocken, doch der Wind und die müden Beine haben sich am zweiten Tag absolut nicht gut miteinander verstanden.

Hinzu kam, dass ich an Tag 2 echt ein paar Problemchen mit meinem Nacken hatte, welcher nicht mehr gewohnt war, sich so lange verkrampft nach vorne Strecken.

Einzig die rauskommende Sonne nach dem ersten Drittel der Strecke hat mir geholfen, wieder grinsen zu können. Das war viel Wert!

Am Ende der Tour war ich zwar ziemlich fertig und ehrlicherweise auch ein wenig demotiviert, als ich mir Gedanken darüber gemacht habe, was wäre, wenn das Wetter so bliebe.

NIX DA! Schnell raus aus meinem Kopf mit solchen Gedanken und auch kein Blick auf den Wetterbericht. Das wird schon!

Abgeschlossen habe ich den Tag dann noch mit einer kleinen 4km Gassi-Radrunde mit meinem Hund. Die 4km zählen zwar auch mit – ich werde Sie am Ende aber nicht benötigen! 😉

Rapha #festive500 – Tag 3 – 256/500 km

Bergfest!

94,61km // 226hm // 3:48:22h // 141bpm // 151w // 2071kcal
Link: STRAVA

26.12.2019, der zweite Weihnachtsfeiertag startet wieder um 9 Uhr und war für mich persönlich einer der wichtigsten und schönsten Tage.

Trotz knackiger 2°C haben wir mit dieser wirklich schönen 95km Tour schon an Tag 3 (von möglichen 8) die 50%-Marke (250km) des #festive500 gesprengt und damit einen ordentlichen Puffer rausgefahren – was vor Allem für den Kopf sehr wichtig war.

Ab hier gab es für mich kein Aufgeben mehr und ich war mir auch ziemlich sicher, dass ich das Ding zu Ende bringen werde. Lediglich eine Verletzung/Erkältung könnte mich nun davon abhalten.

Happy Birthday

0km // 0hm // 0h / …

27.12.2019, an meinem Geburtstag war ich doch tatsächlich so dreist einen Tag Pause einzulegen. Einen Tag Wellness mit Sauna und Massage und ein bisschen Familienzeit war genau die richtige Abwechslung für zwischenrein. Mit der Gewissheit, dass ich trotzdem noch 4 Tage für die restlichen 250 Kilometer habe, konnte ich mir das ruhigen Gewissens gönnen.

Einzig die Tatsache, dass mein Dauerbegleiter Sascha an diesem Tag einen anderen Mitfahrer gefunden hat und trotzdem weitere 80 Kilometer auf sein Konto gutschreiben konnte, verängstigte mich ein wenig. Denn das hieß für mich, dass ich die letzten 80 Kilometer voraussichtlich alleine fahren muss.

Rapha #festive500 – Tag 4 – 386/500 km

130,4km // 408hm // 5:19:33h // 138bpm // 149w // 2883kcal
Link: STRAVA

28.12.2019, mit der „Angst“ im Nacken, die letzten 80 Kilometer alleine fahren zu müssen, habe ich meine Taktik ein wenig verändert. Ab heute haben wir uns nicht an einem mittigen Treffpunkt verabredet, sondern ich habe meinen Buddy Sascha zu Hause abgeholt und am Ende der Tour wieder nach Hause gebracht. Das hat mir zusätzliche 25 Kilometer gebracht, welche aber in kleinen Scheibchen eigentlich gut erträglich waren.

Tag 4 wurde mit 130 Kilometern durch 3 Bundesländer die längste und schönste Tour. Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz.

Zwar wurde es von Tag zu Tag sonniger und weniger windig, aber leider auch immer kälter. Ekelhafte 0°C hatten wir im Schnitt. Jede Pause hat bedeutet, dass es sehr schnell sehr kalt wurde. Also einfach immer weiter fahren!

Und obwohl ich heute mit 130 Kilometern nicht nur für das #festive500 sondern auch meine persönliche längste Strecke auf dem Rad zurück gelegt habe, ging diese Tour wirklich richtig gut. Es hat sich insgesamt so angefühlt, als hätten die letzten Tage schon einen spürbaren Trainingseffekt mit sich gebracht. Vielleicht rein subjektiv aber dennoch total gut! Vor Allem für den Kopf!

Am Ende des Tages fehlen mir also „nur noch“ 114 Kilometer. Dafür habe ich noch 3 Tage Zeit. Super!

Rapha #festive500 – Tag 5 – 503/500 km

117,42km // 411hm // 4:45:07h // 137bpm // 150w // 2599kcal
Link: STRAVA

29.12.2019, was war das für ein Tag? Wahnsinn. Bitter kalt. Weitestgehend windstill und sonnig. Aber trotzdem bitter kalt!!!! Durchgehend Minusgrade!

Auch heute habe ich Sascha, der heute nur noch 50 Kilometer benötigte, zu Hase abgeholt und am Ende der Tour wieder dort abgesetzt. Bei ihm zu Hause angekommen hatte ich gut 70 Kilometer auf dem Tacho. Mit einem kleinen Umweg käme ich auf knapp 90 Kilometer, bis ich selbst zu Hause sein werde.

Ich habe dann wirklich jede kleine Ecke, die mir ein paar Meter mehr brachte, mitgenommen und bin bei Kilometer 95 in meine Straße eingebogen – und was sehe ich? Meine Frau und meine zwei Kinder, welche schon auf mich warteten, damit wir endlich ins Schwimmbad können. Aber nach kurzer Überlegung haben wir entschlossen: Ich ziehe das heute noch durch. 20 Kilometer… Das sind noch ca. 40 Minuten. Los gehts.

Ich war ununterbrochen am Grinsen, denn ich wusste nun, dass ich mein #festive500 heute mit Tour 5 beenden werde. Das sind im Schnitt 100 Kilometer pro Tour! Ich hätte mir 8 Tage zeit lassen können. Ich habs aber in 5 geschafft.

Als der Kilometerzähler auf 115 sprang, gabs einen lauten Freudenschrei. Das war der Wahnsinn! Ich habs wirklich geschafft. Ein Siebtel meiner Jahreskilometer habe ich tatsächlich in einer einzigen Woche zurückgelegt. Unglaublich stolz bin ich darauf! Aber noch viel stolzer und vor Allem dankbar, bin ich meiner Frau und meinen Kindern, die in diesen 5 Tagen tapfer auf Papa verzichtet haben.

Und nun gehts ins Schwimmbad! Endlich! Die nächsten Tage sind Papa-Zeit 🙂

Schlusswort

Rückblickend hat das Festive 500 meine Sichtweise auf das Radfahren wirklich maßgeblich verändert. Man freut sich plötzlich über die kleinen Dinge beim Fahren: Ein Sonnenstrahl, ein paar Minuten kein Regen, tolle Gespräche, heil anzukommen und von den Kindern empfangen zu werden.

In den letzten Jahren habe ich eigentlich immer nur so viele Radkilometer gemacht, wie für meine Wettkämpfe nötig – Ich glaube das wird sich nun ändern. Das ganze hat glaube ich eine tiefere Leidenschaft in mir geweckt. Also – versteh mich nicht falsch – ich fahre schon immer leidenschaftlich gerne Rad. Aber dieses Abenteuer hat nun nochmal einen drauf gesetzt.

Ganz besonders bedanken möchte ich mich nochmal (und noch viele weitere Male) bei meiner Familie, die auf mich verzichtet hat und Sascha, der mich bei den meisten der 500 Kilometer begleitet hat und ohne den die Touren vermutlich stellenweise deutlich anstrengender und langweiliger geworden wären.

Danke

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